Das Kölnische Stadtmuseum im Wandel der Zeit

Mit dem Kölnische Stadtmuseum lässt sich eine lange Geschichte verbinden. Am 18. August 1888 wurde es feierlich eröffnet. Damals hielt sich die Sammlung noch in Grenzen. So bestanden die ersten Objekte vor allem aus Sachgütern. So zum Beispiel das Typar des großen Stadtsiegels von 1268/69, den städtischen Bannern und einer persönlichen Habe von Hermann van Goch, der 1398 hingerichtet wurde. Nach und nach wurden die Sammlungen im Kölnischen Stadtmuseum erweitert und ergänzt. Besonders stolz ist das Museum auf die große Leihgabe von Gemälden, die vor einiger Zeit aus dem Wallraff-Museum erfolgten. Aufzuzählen sind aber auch die Objekte aus dem Kunstgewerbemuseum. Bei Gründung hatte das Kölnische Stadtmuseum zunächst seinen Sitz in der Hahnentorburg. Durch ständige Erweiterungen der Sammlungen und Leihgaben wurde ein weiterer Ausstellungsort in der Eigelsteintorburg hinzugefügt.

Wirren des Krieges

Schon 1925 wurde eine Erweiterung und Angliederung durch den damaligen Oberbürgermeister Konrad Adenauer überlegt. Durch die folgende Weltwirtschaftskrise mussten die Pläne jedoch zurückgestellt werden. Erst im Jahr 1936 ergab sich eine weitere Chance zur Vergrößerung. Als Rheinisches Museum wurde es auf einer Fläche von fast 11.000 m² eröffnet. Doch bereits wenige Monate später fiel das Museum einem Bombenangriff zum Opfer. Die meisten wertvollen Objekte konnten zuvor jedoch in Sicherheit gebracht werden.

Erst nach dem Krieg begann der Wideraufbau. Das Museum, welches unter dem Namen Rheinisches und Historisches Museum neu aufgebaut wurde, hatte nun seinen neuen Sitz in dem Gebäude der Deutzer Abtei. Erst am 11. Januar 1958 fand das Kölnische Stadtmuseum seinen endgültigen Sitz in dem wiederaufgebauten Zeughaus. Im Jahre 1974 erfolgte ein aufwendiger Umbau. Danach standen weitere 2.000 m² Ausstellungsfläche zur Verfügung.

Ausstellungen und Veranstaltungen

Das Kölnische Stadtmuseum ist für seine Vielzahl an wandelbaren Ausstellungen bekannt. Im Kern geht es dabei natürlich um die Stadt Köln, das Rheinland und sein Verhältnis zu Europa. Sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Moderne. Dabei liegt der Fokus auf den künstlerischen und kulturellen Strömungen der einzelnen Zeiten und deren Einfluss. Das Leben, die Wirtschaft und die Infrastruktur fließen als weitere Schwerpunkte in die Ausstellungen und Veranstaltungen mit ein.

Sammlung im Erdgeschoss

Im Erdgeschoss befindet sich eine Dauerausstellung auf fast 2.000 m². Sie gibt Einblick in das kulturelle und wirtschaftliche Leben der Bewohner. Die politische Geschichte steht dabei im Vordergrund und wirft von der heutigen Zeit einen Blick zurück bis zum frühen Mittelalter. Um die Atmosphäre zu lockern und die Sinne der Besucher zu öffnen, geht es bei Eintritt zunächst aber vorbei an Themen wie Kölsch und Karneval. Zwei typische Klüngel, die mit der Domstadt eng verbunden sind. Ebenso wie das Kölnisch Wasser oder auch die Otto-Motoren. Beeindruckend beginnt der Rundgang durch das Kölnische Stadtmuseum an einem geschichtsträchtigen Pult, an dem einst John F. Kennedy im Jahr 1963 vor dem Kölner Rathaus gesprochen hatte.

Die Sammlungen rund um die 1920er Jahre sind unbedingt eine Verweildauer wert. Sie bestehen überwiegend aus Gemälden von Franz Seiwert, Marta Hegemann und Heinrich Hoerle. Vorbei an der glorreichen Adenauer Zeit werden Besucher durch den Kölner Bauern in Erstaunen versetzt. Eine Riesenfigur, die im ersten Weltkrieg entstand.

In der Zeit von 1886 bis 1896 lassen sich zahlreiche Ausstellungsexponate bestaunen, die das rasante Stadtwachstum in diesem Jahrzehnt belegen. Grundstein dafür, war der Fall der Stadtmauer im Jahr 1881.

Stadtmodell 1571

Interessante Eindrücke vom Leben und Kultur der Metropole vermittelt auch das große Stadtmodell, das den damaligen Zustand von 1571 nachempfunden wurde. Schon damals war Köln nicht nur irgendeine Stadt, sondern konnte mit ihrer schieren Größe beeindrucken. Für die Entwicklung maßgebend war aber auch die seit 1396 bestehende Stadtverfassung, die seiner Zeit als besonders fortschrittlich und demokratisch galt. Eine Vitrinen Gruppe zeigt den Verbunds Brief und die Geschichte Drumherum im Kölnischen Stadtmuseum. Nicht zu vergessen das Stadtsiegel, das 1268 erschaffen wurde.

Aus der Neuzeit (1900) stammt der aus Ratssilber erschaffene Tafelaufsatz von Gabriel Hermelin. Er besteht aus Silber, Email, Bergkristallen und Halbedelsteinen und symbolisiert zugleich die End- und Höhepunkte der Neuen Kaiserzeit.

Besuch lohnt sich

Das Kölnische Stadtmuseum überrascht mit vielen unterschiedlichen Eindrücken über die Stadtentwicklung und das Leben in den unterschiedlichsten Jahrhunderten, die noch heute die Metropole prägen. Themen wie Religion, Wissenschaft und Geistesleben spielen aber ebenfalls eine tragende Rolle in der Domstadt. Eine umfangreiche Ausstellung dazu ist im Obergeschoss einsehbar. Dort befindet sich zugleich auch die graphische Sammlung, die bildliche Darstellung ab dem 14. Jahrhundert zeigt.

Kölnische Stadtmuseum, Zeughausstr. 1-3, 50667 Köln

Das Museum ist zu folgenden Zeiten geöffnet:
Dienstag 10 – 20 Uhr
Mittwoch – Sonntag 10 – 17 Uhr
Jede erste Donnerstag im Monat 10 – 22 Uhr