Willy Millowitsch – Ein echter Kölner

Viele werden sich an Willy Millowitsch erinnern. Lacher waren bei ihm immer garantiert. Er hat die Kunst- und Medienszene wie kein anderer geprägt. Im Jahr 1999, nach 90 Jahren voller Lebenslust ist Willy Millowitsch von uns gegangen. Er war ein echter Kölner und hatte fast bis zu seinem Lebensende das private Millowitsch Theater in der Domstadt geleitet und durch seine Persönlichkeit geprägt. Das Millowitsch Theater ist schon lange in Familienhand. Willy Millowitsch hatte keinen Schulabschluss, wechselte schnell in den Schauspielerberuf und machte damit Millionen Menschen glücklich. 1940 übernahm er bereits das Theater von seinem Vater. Durch viel Glück wurde dieses im Zweiten Weltkrieg durch die Bombenangriffe kaum zerstört, so dass der Betrieb auch nach dem Krieg weiter vorgesetzt werden konnte.

Das private Theater Millowitsch in Köln

Seit 1949 fanden wieder tägliche Vorstellungen statt. Gemeinsam mit seiner Schwester Lucy leitete Willy das Theater. Beide standen auch gemeinsam über Jahrzehnte auf der Bühne. Aus der Ehe mit Gerda Feldhoff stammen vier Kinder, wobei 3 davon ebenfalls in das Schauspielgeschäft eingestiegen sind. Sein Sohn Peter hat 1998 die Leitung des Theaters übernommen. Gemeinhin wird in Köln heute auch von der Millowitsch Dynastie gesprochen. Eine Gedenktafel ist dazu auch in der Düsseldorfer Altstadt zu finden, der Geburtsort von Willy.
Mittlerweile ist das Angebot der Bühne nun seit über 75 Jahren in der Aachener Str. 5 zu finden. Viele Zuschauer lieben das Angebot und sehen das Haus als einen kulturellen Anlaufpunkt für Kunst und Humor. Die Premiere von Willy fand übrigens am 16.10 1936 mit dem Stück „Ein Mädchen für alles“ statt. Nicht nur die erste Premiere, sondern auch Beginn einer neuen Ära. Bis dato war die Millowitsch Familie immer wieder von Ort zu Ort gewandert. Es schien beinahe eine endlose Odyssee durch Köln zu sein. Erst im Jahre 1936 gelang es der Familie mit dem Theater ein festes Zuhause finden zu können. Zuvor gastierten sie zum Beispiel in den Reichshallen oder im Colosseum Theater. Dank dem nationalsozialistischen Regime, konnte die Familie aber nun eine feste Bleibe finden. Unter der Führung von Hitler im Dritten Reich wurde schnell erkannt, wie wichtig Unterhaltung für das einfache Volk ist. So entstand die bis heute andauernde Bleibe in der Aachener Straße. Als Gegenleistung sollte die Familie ein Stück, in dem der Tod von Horst Wessel verherrlicht wurde, auf der Bühne spielen. Erst nach dem Ende des Krieges gelang es dem Millowitsch Theater sich voll und ganz zu entwickeln und dem gebeutelten deutschen Volk wieder das Lachen zu bringen. Das alles klappt bis heute. Der Tod von Willy Millowitsch war hingegen ein herber Verlust, der bis heute anhält und immer noch für Traurigkeit sorgt.

Die Gegenwart

Das Theater Millowitsch ist heute ein fester Anlaufpunkt und wird von vielen Besuchern aus allen Altersklassen gerne aufgesucht. Das Angebot ist vielfältig und auf den Kölner Raum zugeschnitten. Das Lachen steht dabei stets im Vordergrund. Geöffnet ist es immer von Freitag bis Sonntag in Köln. Bis heute ist das Haus ein fester kultureller Punkt in Köln, den man einfach besucht haben muss.