Medienkunst ist das überhaupt Kunst

Medienkunst wird gemeinhin stark kritisiert. Und immer öfters stellt sich die Frage, was daran überhaupt Kunst ist. Die Medienkunst ist erst im 21. Jahrhundert entstanden und zu einem festen Begriff in der Kunstlandschaft geworden. Hierbei bedienen sich die Schaffenden vor allen an den Medien, um oft abstruse Kunstwerke zu erschaffen. Teilweise wird die Medienkunst auch gerne als Digitale Kunst oder Videokunst bezeichnet. Gemeint ist aber jeweils das gleiche. Gelegentlich zeigt sich eine Nähe zu der Konzeptkunst. Bei der Medienkunst treten die Schaffenden, die wir hier absichtlich nicht als Künstler bezeichnen wollen, auch als Entwickler von Programmen und Programmierer auf. Einige der Schaffenden sind Autodidakten. Interessant ist auch, dass es mittlerweile sogar eine medienkünstlerische Ausbildung gibt. Schon in den 1970er Jahren gab es dazu erste Ausprägungen. Selbst an den deutschen Universitäten. Entstanden ist die Kunstrichtung vermutlich aus der fotografischen Technik. Die ersten Schaffenden kamen aus der Richtung des Experimentalfilmes. Zu nennen sind Namen wie Evely Lambart, Oskar Fischinger, Len Lye und zum Beispiel Joseph Beuys. Die Werke werden heute noch stark kritisiert.

Medienkunst ab 1970er Jahre

Durchbruch fand die Medienkunst mit den modernen, digitalen Medien. Der Anfang dafür fand 1979 in dem Festival Ars Electronica statt. Diese kleine Messe fand damals im beschaulichen Linz ihren Ursprung. In Deutschland wurde 10 Jahre später, 1989 das Zentrum für Kunst und Medientechnologie gegründet (ZKM). Sein Sitz ist bis heute in Karlsruhe. Das ZKM spielte eine wesentliche Rolle für die Verbreitung der Medienkunst.
2005 entstand der erste anerkannte Masterstudiengang in der Donau Universität und 2007 in der Uni München. Die Kritik ist immer noch groß. Als Kunst lässt sich vieles nur mit großer Wortdehnung bezeichnen.

Kritik an Medien hochhalten

Doch auch die Schaffenden wollten Aufmerksamkeit und manchmal mit ihren Werken selbst Kritik an Medien üben. So ging es Marcel Odenbach zum Beispiel darum, die passive Konsumentenhaltung beim Fernsehen mit seinen fotografischen und digitalen Werken zu kritisieren. Aber auch andere setzten vieles daran, um diese Art Kunst als eine direkte Kritik an den Medien in Szene zu setzen. So soll dabei vor den Gefahren der neuen Medien gewarnt werden. Immerhin haben diese unser Leben und unsere Gesellschaft dramatisch verändert. Und wir befinden uns immer noch am Anfang dieser Veränderung. Die Schaffenden wollen dabei auch die Konventionen von Medien überschreiben.

Von Müll bis Kunst

Der Weg der Anerkennung war lang. Zunächst wurde Medienkunst als reiner Müll gewertet. Für viele Arbeiten gilt das heute noch. Bis jedoch einiges als Kunst anerkannt werden konnte, verging viel Zeit. Es ist auch häufig sehr schwer, solche Werke in irgendeiner Form als Kunst zu begreifen oder verstehen zu können. Heute gibt es viele einflussreiche Personen in diesem Bereich. Vor allem Frauen. Dazu gehört zum Beispiel die Amerikanerin Lynn Hershman Leeson, die als eine der einflussreichsten Frauen gilt. Im ZKM wurden bereits einige Werke der US-Schaffenden ausgestellt. Darunter Civic Radar, eine Retrospektive. Mittlerweile ist die Amerikanerin 74 Jahre alt und widmet sich weiterhin der Medienkunst. Ihre Kunst bewegt sich, macht Geräusche, duftet und ist abseits der klassischen Werke zu sehen. Es hat Jahrzehnte gedauert, diese Werke als Kunst international anzuerkennen. Auch heute erscheint das noch sehr schwierig und ist nur mit viel Fantasie möglich. In der Medienkunst spielt sich immer noch vieles rein virtuell ab. Es ist also kaum noch als fassbare Kunst von Dauer zu interpretieren.

Wieviel Kunst ist Medienkunst?

Medienkunst ist anerkannt. International. Respektiert wird sie aber dennoch kaum. Auch heute gilt sie für die meisten bekannten renommierten Künstler weder als Kunst noch als etwas Nahestehendes.