Schönstes Werk von Klimt - Der Kuss

Gustav Klimt hat in seiner Schaffenszeit viele Werke hervorgebracht. Doch das Werk „Der Kuss“ gehört wohl zu seinen schönsten und erstaunlichsten. Das Werk ist eine Malerei im Jugendstil. Gleichzeitig ist das Werk von Gustav Klimt heute wohl das, was am meisten reproduziert wurde. 1809/09 entstand Der Kuss – Liebespaar. Ein 180 x 180 cm großes Öl-Gemälde auf Leinwand.
Dieses Gemälde entstand in seiner sogenannten goldenen Phase und wurde bereits mehrmals in Köln ausgestellt. Bereits damals im Erstellungsjahr 1908 wurde es durch den kaiserlich-königlichen Minister für Kultur und Unterricht erworben. Für eine Summe von 25.000 Kronen. Später wurde es dann an die Neue Galerie, die heutige Österreichische Galerie Belvedere, übergeben. Das Werk mit der Inventar-Nummer 912 wurde des Öfteren bereits an die Museen in Köln leihweise für Ausstellungen überlassen. Der Kuss ist ein quadratisches Gemälde. In der damaligen Zeit mit beachtlicher Größe. Vorherrschend ist vor allem die Farbe Gold.

Gustav Klimt und sein Kuss

In dieser Zeit experimentierte Gustav Klimt vor allem mit der Farbe Gold und ähnlichen Nuancen. Dabei sollte der Goldton religiöse und magische Assoziationen hervorbringen. Vorbilder für die Verwendung von Goldtönen bei „Der Kuss“ sind vor allem in der byzantinischen Malerei zu finden, die Gustav Klimt damals sehr genau bei seiner Reise nach Ravenna studieren konnte.
Von der kunstgeschichtlichen Beurteilung fällt das Werk direkt in den Jugendstil, wobei die Wiener Sezession hierbei eine besondere Prägung fand. Die kunsthandwerkliche Ausbildung von Gustav Klimt fand damals in den unterschiedlichsten Stilelementen der dekorativen Malerei und der schmückenden Linien sowie floralen Formen statt. Diese entwickelten sich beim Künstler vor allem beim Werk „Der Kuss“ zu einem sehr eigenständigen Ausdruck. Gustav Klimt übertrug in sein Werk eine hochqualifizierte Ornamentik, wobei einige Teile der tragenden Elemente dem Idealismus entsprungen.

Die Deutung des Gemäldes

Der Kuss erwirkte viele Spekulationen zu der von Gustav Klimt angebrachten Deutung. Immer wieder wurde gemutmaßt, dass der Künstler damit sich selbst und seine damalige Lebensgefährtin Emilie Flöge verkörpern wollte. Untermauert wird das vor allem mit dem Roman „Der gemalte Kuss“ von Elizabeth Hickley.
Herangezogen wird das Werk aber in zahlreichen Auseinandersetzungen und Beschreibungen rund um den Wiener Jugendstil. Es entstand in der Reifezeit von Gustav Klimt. Vordergründlich soll das Bild eine Sinnlichkeit darstellen, die durch die einzelnen Goldtöne glorifiziert wird. Es geht um die Liebe zwischen Mann und Frau. In dem Werk Der Kuss scheint es beinahe so, als ob das Liebespaar von göttlichem Glanz umgeben ist und dabei eng verschmilzt. Es geht um die Unendlichkeit der Liebe. Sie unvergänglich. Allerdings findet die Verschmelzung vor einem Abgrund statt, der zu einem Widerspruch wird. Dieser könnte die Endlichkeit des Seins darstellen. Genaue Angaben gab es von Gustav Klimt dazu aber nie. So verbleibt alles bei einer reinen Spekulation.
Andere wie der Kulturwissenschaftler Jost Hermand gehen davon aus, dass der Kuss einen ganzheitlichen Erlebnisakt darstellen würde. Gustav Klimt habe dabei die uralte Spannung zwischen Mann und Frau den Körpern direkt entzogen und diese in die Gewänder verlagert. So werden Verlangen und Trieb zu einem ornamentalen Kontrastprogramm.

Doch warum wurde Der Kuss so bekannt

Wie kaum ein anderes Gemälde von Gustav Klimt, erlangte Der Kuss, eine so große Popularität, die auch heute noch ungebrochen ist. Kein Werk wurde öfters reproduziert. Experten gehen davon aus, dass Der Kuss eine Projektion von den unterschiedlichsten Vorstellungen im Bereich von Erotik aber auch unendlicher Liebe sei. Das alles in die faszinierende Aura des Goldes eingefasst.